Abenteuer Bahia (3): Die zufällige Entdeckung der "paradiesischen Insel"

Unbedingt wollten wir Trancoso und seine legendären Strände sehen, wenn schon nicht zu Fuß, dann wenigstens mit dem Auto, das wir am Tag nach unserer kräftezehrenden Wanderung mieteten. Dass auch diese Tour nicht ohne Abenteuer sein würde, schwante mir, als ich feststellte, dass unser kleines, rotes Gefährt zwar über eine Klimaanlage, nicht aber über ein Navigationsgerät verfügte. Die eher schematischen Touristenkarten, die uns die Autovermietung ausgehändigt hatte, könnten der groben Orientierung dienen, doch mehr wohl nicht.


Langatmig beschrieb der Autovermieter den Weg zu unserem Wunschziel. Ob der Fülle an Informationen konnte ich mir nur Fragmente merken: Ortsausgang, Tankstelle, längere gerade Strecke. Wir werden den Weg schon finden, dachte ich mir, denn schließlich gibt es auch noch die Wegweiser.


Lange bewegten wir uns zielsicher, passierten den Ortsausgang und die Tankstelle. Nun fuhren wir die gerade Strecke entlang, weiter und weiter und weiter. „Trancoso ist doch nur knapp 12 Kilometer entfernt und wir fahren schon ewig“, stellte mein Mann fest. „Wir sind bestimmt gleich da“, erklärte ich zuversichtlich. Ich schien recht zu behalten, denn wenige Minuten später erreichten wir die Peripherie eines Ortes, ohne jedes Hinweisschild. „Das kann nur Trancoso sein“, erklärte ich, ohne es mit letzter Sicherheit zu wissen. Nachdem wir eine Weile geradeaus gefahren waren und die Umgebung eleganter wurde, schlug ich aus dem Gefühl heraus vor, an der nächsten Weggabelung rechts abzubiegen.


„Dass wir keinen Geländewagen fahren, ist Dir schon klar“, warf mein Mann ein, als wir wenig später in eine Schotterpiste einbogen. „Wir sind hier bestimmt richtig“, insistierte ich. Und tatsächlich: Hinter einem Pistenparkplatz war das Meer zu sehen. Schade nur, dass es – erst sanft und später heftiger – anfing zu regnen. Wir blieben einen Moment, entschlossen uns dann aber zur Weiterfahrt.


Ohne Plan durchkämmten wir die kleinen Straßen, bis wir schließlich mehr oder weniger zufällig den Ortskern erreichten. Es mag am Regen gelegen haben oder an den nervigen Parkplatzwächtern, vielleicht war es auch der Tatsache geschuldet, dass wir des Laufens überdrüssig waren oder dass wir das Auto „ausnutzen“ wollten. Auch unser Entdeckergeist könnte es gewesen sein: Wir fuhren weiter und erkundeten das Landesinnere. Durch eine so gering besiedelte Gegend war ich bis zu diesem Zeitpunkt nur einmal gefahren, im wilden Westen der USA. Wir sahen kaum einen Menschen, dafür aber kilometerlange Papaya-Plantagen und Kokospalm-Haine und genossen die überraschend grüne, liebliche Landschaft.


Am kommenden Tag machten wir uns wieder auf, diesmal etwas besser vorbereitet. Am Vortag waren wir immer wieder auf Schilder mit dem Hinweis “Costa do Descobrimento”, „Entdecker-Küste“, gestoßen. Die, so hatte ich recherchiert, verläuft von Caraíva bis nach Belmonte, gilt als die Wiege brasilianischer Kultur und wurde im Jahr 1999 von der UNESCO als „Welterbe der Natur“ anerkannt.


Unsere Entdeckungsreise sollte uns nach Santa Cruz Cabrália führen. In unmittelbarer Nähe war im April 1500 der portugiesische Seefahrer und Eroberer Pedro Álvares Cabral gelandet, der mit einer Flotte von 13 Schiffen (je nach Quelle ist von 1.200 bis 1.500 Mann Besatzung die Rede) am 9. März 1500 von Lissabon aus in See gestochen war. Um die Passatwinde zu nutzen und den widrigen Strömungen und Windverhältnisse an der westafrikanischen Küste zu entgehen, ließ Cabral die Schiffe bei den Kapverdischen Inseln in einem weiten Bogen nach Westen ausschwenken. Der Äquatorialstrom des Atlantiks trieb seine Flotte zur Küste des bis dahin unbekannten Landes Brasilien, das er am 22. April 1500 für die portugiesische Krone in Besitz nahm und “Ilha da Vera Cruz” („Insel des Wahren Kreuzes“) nannte, da die Portugiesen anfänglich eine Insel vermutet hatten. Erst später erfolgte die Umbenennung in “Terra da Santa Cruz” („Land des Heiligen Kreuzes“).


Cabral schickte am 1. Mai 1500 eines der Schiffe unter dem Kommando von Gaspar de Lemos mit einem Brief des Chronisten Pêro Vaz de Caminha zurück nach Lissabon, um dem König die Nachricht von der Entdeckung Brasiliens und seiner Inbesitznahme zu übermitteln. Zum Beweis wurden Papageien, Araras und Brasilholz mitgeführt.


Während wir durch Santa Cruz Cabrália schlenderten, nahm ich aus dem Augenwinkel heraus eine sich füllende Fähre wahr, auf die ich meinen Mann aufmerksam machte. „Schau mal, diese Fähre dort. Vielleicht fährt sie zu dieser „paradiesischen Insel“, von der ich beim Treffpunkt-Frühstück gehört habe. „Frag halt mal“, entgegnete er. Ich lief also zügig zum Fahrkartenschalter und erkundigte mich. „Diese Fähre nach Santo André wird in wenigen Minuten abfahren“, erklärte die Fahrkartenverkäuferin. Ob wir rasch das Auto holen könnten, fragte ich und deutete auf unser rotes Gefährt, das mutterseelenallein sichtbar auf dem Parkplatz am Anleger stand. Das sei leider nicht mehr möglich. Wenn wir einsteigen wollten, dann sofort. Ich war mir zwar nicht sicher, ob ausgerechnet diese Fähre zur „paradiesischen Insel“ fahren würde, da ich ihren Namen nicht erinnerte, doch wir waren im Entdeckermodus und stiegen zügig ein. Das Auto ließen wir zurück.


Die Überquerung des Rio João de Tiba ließ vermuten, dass sich auf der anderen Seite tatsächlich die „paradiesische Insel“ befinden könnte.


„Hier ist nichts“, stellte mein Mann bei gleißender Hitze fest. In der Tat sahen wir nicht viel mehr als eine schmale Straße, eine kleine Bar und ein Häuschen, unter dessen schattigem Dach sich einige Menschen sammelten. Jenseits des Häuschens stand ein Bus der Firma Brasileiro verlassen in der Sonne. „Das war ja eine tolle Idee. Ohne Auto und ohne Plan auf eine Insel zu fahren, von der wir nichts wissen“, bemerkte mein Mann. „Ich könnte den jungen Mann, der mit dem Trolley an der Haltestelle steht, fragen. Vielleicht kann er weiterhelfen“, schlug ich pragmatisch vor. „Dir wird wohl nichts anderes übrig bleiben“, sagte mein Mann. „Ewig hier in der prallen Sonne zu stehen, ist jedenfalls keine Option“. Ich ging also auf den jungen Mann, der wie ein aufstrebender Anwalt anmutete, zu und erklärte unser Dilemma. „Sie können diesen Bus nehmen. Er wird in 15 bis 20 Minuten starten. Wo Sie aussteigen müssen, kann ich Ihnen im Bus sagen“, erklärte er businesslike. Ob es an unserem Ziel Taxis gäbe, wollte ich wissen, denn schließlich müssten wir später zurück zur Fähre. „Die sollte es geben“, erklärte er, „allerdings dürfte die Fahrt etwas kostspielig sein. „Wenn denn der Bus tatsächlich demnächst fahren sollte, können wir warten. Wenn dem nicht so ist, sollten wir den Rückweg antreten“, kommentierte mein Mann meine Erkenntnissen. Während wir warteten, schrieb ich eine Textnachricht an die Frau, die mir beim Treffpunkt-Frühstück von der „paradiesische Insel“ berichtet hatte. Wir seien in Santo André, ob dies die Insel sei, von der sie mir berichtet hatte, wollte ich wissen. Doch die Nachricht blieb für den Moment unbeantwortet.


Der Bus fuhr und wir mit ihm. Nachdem uns der Cobrador, der Fahrkartenverkäufer, ähnlich wie bei einer Fernreise, aufwendige Tickets ausgestellt hatte, bat ich sicherheitshalber auch ihn, uns darüber zu informieren, wann wir aussteigen sollten.


Nach einer circa 15-minütgen Fahrt kam von beiden Herren der entscheidende Hinweis. Wir sollten an der nächsten Station aussteigen und einfach geradeaus laufen. „Wir können den Leuten hier gleich unsere Wertsachen übergeben. Das vereinfacht die Sache“, sagte mein Mann mit gedämpfter Stimme, als wir - wie auf einem Laufsteg - durch die schmale Favela-esk anmutende Straße, die uns empfohlen worden war, liefen. „Wir haben nicht wirklich eine Wahl. Lass uns einfach weitergehen“, sagte ich, obwohl auch mir die Situation etwas unangenehm war, denn alle, wirklich alle Blicke waren auf uns gerichtet.


Unser Spießrutenlauf hatte uns nicht weiter gebracht. Ein verlassener, unbefestigter Weg lag vor uns, ohne jeden Hinweis, wohin uns dieser führen würde. Intuitiv schlug ich vor nach links, quasi in Fahrtrichtung des Busses, zu laufen, was wir, in Ermangelung anderer Optionen, taten.


Plötzlich materialisierte sich ein junger, sympathisch wirkender Mann vor uns, der sich nach unserem Ziel erkundigte. „Zum Strand oder zum Ortskern würden wir gern, sagte ich. „Der Strand ist gleich hier. Mein Name ist Jonathan. Ich werde gleich meinen Freund Aílton anrufen“, erklärte er hilfsbereit. „Der betreibt eine Barraca de Praia, ein offenes Strandrestaurant. Dort können Sie sich stärken und den Strand genießen“, führte er aus.


Wir waren erleichtert. Alles schien sich zum Guten zu wenden. In dem Augenblick, in dem wir den Strand betraten, war alles vergessen. Die Bucht, die vor uns lag, war schöner als jede noch so kitschige Fototapete mit entsprechendem Motiv. Kaum waren wir fünfzig Meter gelaufen, sahen wir, dass sich ein Mann eiligen Schrittes näherte. „Ich bin Aílton, der Freund von Jonathan“, stellte er sich vor. „Kommen Sie mit, ich werde sie bewirten“, führte er aus.


Was wir denn trinken wollten, fragte er. Als wir den Klassiker - suco de abacaxi, Ananassaft – bestellten, hakte der umtriebige Strandgastronom sogleich ein. Er hätte einen ganz besonderen Saft, ob er uns den nicht bringen könne, fragte er. Klar, und wir würden gern den fangfrischen Fisch, von dem er uns bereits erzählt hatte, essen.


Während wir uns von unserer strapaziösen Anreise erholten und der Dinge harrten, sondierten wir die Umgebung. Etwas weiter entfernt lag eine escuna, ein Schoner, vor Anker. Einige Urlauber saßen an den zwei weiteren Barracas de Praia und aßen, andere tummelten sich in den Wellen. „Die werden alle mit dem Schoner hierhergekommen sein“, mutmaßte ich. „Davon kannst Du ausgehen“, sagte mein Mann. „Garantiert ist noch niemand auf die Idee gekommen, diese Insel mit einem öffentlichen Bus zu erkunden“, äußerte er amüsiert und warf die Frage auf, ob unser Auto wohl noch an der Anlegestelle steht.


In diesem Moment näherte sich Aílton mit einem imposanten Drink, einer ausgehöhlten grünen Kokosnuss mit einem Arrangement tropischer Blumen und einem Strohhalm. So paradiesisch wie der Saft daherkam, schmeckt er. Ebenso das Essen, das Aílton wenig später brachte.


Während wir aßen, legte der Schoner ab und wir blieben allein zurück. Auch für uns wurde es Zeit zu gehen oder besser zu fahren. Wir warteten, bis Aílton sich von seinen Freunden, mit denen er plauderte, verabschiedet hatte. „Wir würden gern zahlen“, sagte ich. Ob er uns ein Taxi rufen könne, das uns zurück zur Fähre bringt, fragte ich noch im Vorgang des Zahlens. „Moment, ich werde einen Freund fragen“, rief er aus und rannte davon. Nun waren wir ganz allein.


Minuten später kehrte der atemlose Aílton zurück. Während er kassierte, erklärte er, dass wir zurück zu der Stelle gehen sollten, an der wir an den Strand abgebogen seien. Sein Freund Paulo würde uns dort in Empfang nehmen und zum Hafen bringen. Wir dankten und liefen in die Dämmerung.


Unser alter Freund Jonathan warte an der Stelle, an der wir ihn zuletzt gesehen hatten, und stellte uns Paulo vor, der mit einer Schubkarre vor uns stand. Ein interessantes Taxi, ging es mir durch den Kopf. Paulo schien meine Gedanken gelesen zu haben und sagte, dass er kurz die Schubkarre wegbringen und das Taxi holen müsse. Wir sollten hier in der Bar auf ihn warten.


Um die Zeit zu überbrücken, ging mein Mann auf Foto-Safari. Jonathan verabschiedete sich und ich bleib allein mit dem Barkeeper und einem Gast, der mich interessiert musterte, zurück. Woher ich denn käme, wollte er wissen. Wir lebten in São Paulo, kämen aber aus Deutschland, erklärte ich. Ob ich den FC Bayern München kennen würde, fragte der Bargast weiter. Klar, mein Mann sei ein Fan des Vereins. Sein patrão, sein Chef, würde für den Verein spielen. Er kümmere sich in dessen Abwesenheit um Haus und Garten. Sein Name sei XY, ob ich den denn auch kennen würde. „Selbstverständlich“, bestätigte ich.


Innerhalb von zwei Tagen begegnete dieser mir bereits zum zweiten Mal: Als wir am Vortag – nach unserer Tour durch das Landesinnere - kurz vor dem Fährhafen ein Elektrowarengeschäft passiert hatten, hatte ich XY höchstpersönlich jubeln sehen, in der Partie Deutschland gegen Österreich am 06.09.2013. „Das Länderspiel wird übertragen“, rief ich begeistert aus. Wir rechneten. Wenn wir uns beeilten, könnten wir die zweite Halbzeit noch sehen. Circa zwanzig Minuten nach meiner Beobachtung trafen wir im Hotel ein. Mein Mann zappte durch alle Kanäle, ohne Erfolg. „Ist klar, Du hast XY gesehen…. Wenn das kein Wunschdenken war. Das Spiel wird leider nicht übertragen“, merkte er an und schaltete den Fernseher aus.


Mein Mann würde mir die gerade gehörte Geschichte des Bargasts nie glauben, dachte ich bei mir, während ich in der kleinen Bar auf Paulo wartete. Plötzlich hielt ein Fiat Panda, der viel Staub aufwirbelte, vor der Bar. Laute Musik erfüllte die Stille. Ich solle einsteigen, sagte Paulo. Wir würden meinem Mann entgegen fahren. Gesagt, getan. Ich genoss die kurze Fahrt bei guter Musik. „Du glaubst nicht, was ich eben erfahren habe“, setze ich an. Doch Paulo - nicht nur Taxifahrer, sondern offensichtlich auch Tourguide - ergriff das Wort. Santo André habe etwas mehr als 200 Einwohner, unter ihnen befänden sich zahlreiche Deutsche und Italiener. 13 Kilometer Küste hätte die Insel zu bieten, Mangrovenwälder und den Rio João de Tiba, ein hervorragendes Gebiet zum Angeln, berichtete der stolze Bahiano. „Das muss sie sein, die ‚paradiesische Insel‘“, erklärte ich gewiss, „denn so viele Inseln, die von Deutschen bewohnt werden, wird es hier in der Umgebung sicher nicht geben“, führte ich aus.


Es dämmerte bereits, als wir auf der Fähre die Abfahrt aus dem Paradies erwarteten. „Was für ein schöner Ort“, erklärte ich und sprach aus, was wir beide dachten. Nach nur zehn Minuten stiegen wir in unser rotes Auto, das nicht mehr einsam auf dem Parkplatz stand, denn die escuna, der Schoner, hatte die Badegäste, denen wir am Strand begegnet waren, zurückgebracht. Eine solche Schonerfahrt hat Charme, doch wenn man schon einmal an der “Costa do Descobrimento”, der „Entdecker-Küste“, ist, ist Entdeckergeist angezeigt.


Post Scriptum: Dass wir tatsächlich auf der „paradiesische Insel“ waren, wurde am gleichen Abend durch eine Antwort auf meine Nachricht bestätigt. Wie erwartet, amüsierte sich mein Mann köstlich über die Geschichte des Barbesuchers. „Ist klar, XY hat ein Haus auf Santo André und wahrscheinlich gehen die Bayernspieler dort ein und aus“.


Drei Monate nach unserer Inselentdeckung ging schließlich folgende Meldung durch die Medien:


13. Dezember 2013 | 13.57 Uhr


Deutschland bezieht WM-Quartier


Berlin. Bundestrainer Joachim Löw wird mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft 2014 in Brasilien das WM-Basisquartier im "Campo Bahia" aufschlagen. Das bestätigte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Freitag. Die Anlage 30 Kilometer nördlich von Porto Seguro an der Atlantikküste wird derzeit noch errichtet.


Die komplette Fertigstellung soll nach DFB-Angaben im März 2014 erfolgen. Auf dem 15.000 Quadratmeter großen Sport- und Naturressort im Dorf Santo Andre im Bundesstaat Bahia entstehen 14 zweigeschossige Wohnhäuser, Funktionsgebäude und ein Trainingsplatz. Insgesamt soll es 65 Wohn- und zusätzliche Funktionsräume geben. "Das wird nicht für uns gebaut. Es wird auch nicht nach unseren Wünschen gebaut", wies Teammanager Oliver Bierhoff anderslautende Berichte zurück.


An einem Tor zur Baustelle würden sich bereits schwarz-rot-gelbe Streifen und die drei Weltmeister-Sterne des DFB finden, berichtet die "Bild"-Zeitung (Freitag).


Das Millionen-Projekt werde von einem Münchner Unternehmen realisiert und angeblich finanziell unterstützt. "DFB-Sponsoren helfen beim Bau. Ich weiß, es ist Mercedes", sagte Siegfried Michler, ein deutschstämmiger Hotel-Manager […].


"Das wird klappen, zu hundert Prozent"

In einem Kilometer Entfernung sollen ein Fußballplatz, das Pressezentrum und weitere Funktionsanlagen angelegt werden. "Das wird klappen, zu hundert Prozent", sagte Michler. In 15 Kilometer Entfernung der geplanten Anlage, 30 Kilometer von Porto Seguro entfernt, befindet sich ein Flugplatz, so dass die Nationalmannschaft die Gruppen-Spielorte Salvador, Fortaleza und Recife bequem erreichen kann. Bis zum Endspielort Rio de Janeiro sind es 1100 Kilometer. Dort wird am 13. Juli das Finale angepfiffen.


Die richtige Wahl des WM-Quartiers war für Bundestrainer Joachim Löw nach der Auslosung von zentraler Bedeutung. Der Coach hatte zuletzt die Frist für die Festlegung des WM-Stammquartiers weiter ausgereizt. Löw hatte in der Quartierfrage zuletzt immer wieder auf den Meldeschluss am 18. Dezember beim Weltverband Fifa verwiesen. Bis zu dem Tag müssen alle 32 WM-Teilnehmer ihr Basecamp festgelegt haben.


Während Bundestrainer Löw in der Heimat alle Möglichkeiten auslotet, suchte ein Teil des Nationalmannschafts-Stabes mit Organisationschef Georg Behlau an der Spitze im WM-Land nach dem optimalen Quartier. In den Spielorten Salvador (16. Juni gegen Portugal), Fortaleza (21. Juni gegen Ghana) und Recife (26. Juni gegen die USA mit Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann) wurden zudem Logistik, Unterkünfte und Trainingsmöglichkeiten gecheckt.


Abreise zwei Tage vor dem Spiel

Durch die frühen Anstoßzeiten von zweimal 13 Uhr und einmal 16 Uhr Ortszeit (18 Uhr und 21 Uhr in Europa) bleibt es aber nach wie vor eine Überlegung, schon zwei Tage vor dem Spiel aus dem Hauptquartier in den Spielort zu fliegen. Der 53 Jahre alte Löw verwies darauf, dass sich dadurch höchstwahrscheinlich auch die gewohnten Abläufe, von den Essens- und Trainingszeiten bis hin zu den Regenerationszeiten, verändern müssten. "Wir haben ja schon erlebt, dass es an ganz winzigen Dingen, an Nuancen, hängt, ob man ins Finale kommt oder zuvor ausscheidet", hatte Löw zuletzt betont.


Quelle: dpa